Verein zum Erhalt Helgoländer Börteboote e.V.
Verein zum Erhalt Helgoländer Börteboote e.V.

Der Verein und dessen Ziele

Unser Verein kümmert sich um den Erhalt der Helgoländer Börteboote. Es handelt sich hier um eine sehr schöne Tradition, die für uns zum Erscheinungsbild der Insel dazugehört wie der rote Buntsandstein, die Hochsee und der weiße Sand.....

 

Unser Bestreben ist es, die Helgoländer Börteboote in ihrem jetzigen Zustand zu erhalten.

 

Was ist ein Helgoländer Börteboot?

 

Das Helgoländer Börteboot ist ein hochseetüchtiges, meist um die zehn Meter langes und drei Meter breites Boot aus massivem Eichenholz mit einem Tiefgang von ca. 110 Zentimetern. Das Gewicht beträgt ca. acht Tonnen. Es wird während der Saison - von Ende Frühjahr bis Anfang Herbst - seit über 60 Jahren (1952) zum „Ausbooten“ zwischen den auf der Helgoländer Reede ankernden Seebäderschiffen und der Landungsbrücke benutzt.

 

Die „Helgoländer Börte“, also das Ein- und Ausbooten der Fahrgäste von und zu den Seebäderschiffen, gehört zu Deutschlands sichersten öffentlichen Verkehrsmitteln.  Mehr als 45 Millionen Menschen wurden ohne größere Zwischenfälle sicher zum Ziel gebracht. Im Börteboot finden bis zu 50 Passagiere Platz.

 

Außerdem werden die Boote auch noch zum Hummer- & Knieperfang und noch gelegentlich zum Angeln eingesetzt.

 

Die Bauweise der Börteboote ist für Holzboote eine Besonderheit – während die oberen Plankengänge (in der Regel die vier oberen, vom Süllrand aus nach unten gezählt) in Klinkerbauweise erstellt sind, ist das darunter befindliche Unterwasserschiff in Kraweelbeplankung gebaut. Die Börteboote haben einen innenliegenden  Dieselmotor und sind mit bis zu 180 PS (MAN 8-Zylinder der „Claudia“ von Klaus Köhn) relativ stark motorisiert – sie erreichen leicht 13-14 Knoten, was Rumpfgeschwindigkeit bedeutet und im Betrieb bei zum Beispiel der jährlichen „Börteboot-Regatta“ am 10. August auf der Helgoländer Reede sehr gut zu beobachten ist.

 

Der Typ des Börtebootes wird seit 1952, dem Jahr der Wiederbesiedlung Helgolands nach dem Zweiten Weltkrieg, gebaut, Die Börteboote, die sich zur Zeit noch im Börteeinsatz befinden sind meist um die 40 bis 50 Jahre alt. Viele dieser besonderen Schiffe wurden von der Hatecke Werft in Freiburg an der Elbe gebaut. Rainer Hatecke, „der Sohn des Meisters“  ist der Vorsitzende unseres Vereins.  Seine Werft führt während der Wintermonate die Ausbesserungsarbeiten an den meisten Booten durch.

 

Die Börte, wird möglicherweise bis 2020 „Geschichte“ werden, da sowohl der Katamaran, der während der Saison die Insel anläuft, als auch das neue Seebäderschiff MS „Helgoland“ der Reederei Cassen Eils mittlerweile im Südhafen festmachen.

 

Daher muss die Tradition des Ein- und Ausbootens über Kurz oder Lang wahrscheinlich der Wirtschaftlichkeit und den Erwartungen der Fahrgäste an eine möglichst komfortable und unterbrechungsfreie An- und Abreise weichen.

 

Dies kann unser Verein nicht verhindern. Aber es liegt uns am Herzen, die traditionellen Boote am Leben zu erhalten und unsere Flotte ständig zu erweitern.

 

Und woher kommt eigentlich der Begriff "Börteboot"?

 

Ein Mann auf Helgoland kann uns helfen. Kapt. a.D. Erich-Nummel Krüss (von 1969 bis 1994 Betriebsleiter der Helgoländer Dampferbörte) weiß die Antwort:

 

Schon im 18. Jahrhundert hingen die Einkünfte der Helgoländer Seeleute zum größten Teil vom Lotsendienst auf Elbe, Weser und Eider oder von der Berge- und Hilfeleistung in Seenot geratener oder gestrandeter Schiffe ab. 1714 kam Helgoland zu Dänemark. Der Insel wurden hohe Steuern aufgebürdet. An die königliche Kasse musste weiterhin ein Zehntel der Lotsgelder abgeführt werden. Nun wurden die Lotsenfahrten in Reihenfolge ausgelost – diese Regelung wurde „BÖRTE“ genannt.

 

Das Wort wurde mit aller Wahrscheinlichkeit übernommen aus der Flussschifffahrt, denn Reihenschifffahrt nannte man (z. B. auf dem Rhein): Beurt- (Bört)schifffahrt, es bedeutete also, „an der Reihe zu sein.“ Auf Helgoländisch: "Ik ben uun´e beert" bedeutet: „ich bin (jetzt) dran“. Es wurde wohl so in den Helgoländer Wortschatz aufgenommen und wurde auch im täglichen Umgang gebraucht, z. B. „wenn man dran war“, „einen auszugeben“ oder „an der Reihe war, irgendetwas zu erledigen“.

 

Später dann wurde dieser Ausdruck (ab 1826 – Gründung des Seebades) beim Ausbooten
übernommen; die Entlohnung geschah dabei auf Anteil, d. h., es gab nur Geld, wenn auch Gäste kamen; es wurde ausgelost (Lottsmitten), wer mit dabei war (med uun´e Beert). Das Wort „BÖRTE“ wird auch heute noch bei den Seelotsen benutzt.

 

Pressetext VzEHB:
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Foto: VzEHB e.V. - Abdruck honorarfrei - Belegexemplar erbeten (Foto hochauflösend zum Dowload siehe unten)
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